MEGA MARSCH Frankfurt

Wer kam eigentlich auf die Idee einen Megamarsch zu laufen?

Meine Kollegen behaupten alle ich wäre es selbst gewesen. Aber irgendwie weiß es keiner mehr so richtig.

Jedenfalls haben sich insgesamt elf Kollegen gefunden, die diese Strapazen auf sich nehmen wollten.

Es fanden sich sogar drei Kollegen, die sich bereit erklärten, uns während dem Lauf zu unterstützen. Es gaben zwei bis drei Kollegen, inklusive meiner Person, die als Favoriten zählten. Das es verdammt hart werden würde wussten wir alle. Aber ich zweifelte selbst und war mir alles andere als sicher, ob dieses Unterfangen für mich zu schaffen war.

Alle Vorbereitungen waren getroffen. Heidi und Jürgen aus Bruchsal waren mit ihrem Wohnmobil zu mir nach hause angereist und wir konnten uns rechtzeitig an dem verabredeten Ort treffen. 

Einer vom Team reiste direkt zum Start an. Also cremten sich zehn motivierte Personen empfindliche Stellen ein, Tapten sich, fachsimpelten über Taktiken und tranken einen letzten Kaffee, bevor uns unser Begleittermin zum Startort nach Eschborn brachten. Einer war aufgeregte, ein Anderer weniger…

Der Checkin mit Corona-Nachweisen verliefen reibungslos und wir wurden direkt durchgewunken. Der lautlose Startschuss fiel und wir wurden von einer jungen Dame mit animierenden Worten auf den Weg gebracht. 

Es bildeten sich bereits auf den ersten Kilometern kleinere Gruppen. Stefan, Luca, Martin, Paul und ich führten von unserer Gruppe an und setzten uns zügig ab. Nach zehn Kilometer legten wir eine kurze Pause ein, stärkten uns mit Kleinigkeiten, schnürten die Schuhe nach und liefen wieder weiter. Luca, Paul und ich merkten, das die vom Stefan vorgegebene Geschwindigkeit nicht unser Tempo war. Wir ließen Martin und Stefan davonziehen.

Bereits nach 3:48h erreichten wir die erste Verpflegungsstelle. Hier konnte der Veranstalter leider nicht punkten. Viele Sache die auf der Liste standen, waren nicht mehr verfügbar. Nach einem kurzem Aufenthalt ging es wieder weiter.

Aber auch die Kollegen, die die Hälfte meiner Lebensjahre hatten, ließ ich ihr Tempo halten und  passte mich auf meine Geschwindigkeit an.

Trotz allem traf ich bis auf Stefan alle an der nächsten Verpflegungsstation wieder.

Vierzig Kilometer waren nach rund 8 Std. geschafft. Zeitlich eine gute Ausgangslage, jedoch machten die Beine bereits hier etwas schlapp und die Fußsohlen brannten auch schon ordentlich. 

Jedoch war ich noch guter Dinge, das ich es schaffen könnte.

Die nächsten zwanzig Kilometer zogen sich schier in unendliche. Ich checkte immer wieder die Zeit aber ich hatte immer das Gefühl, dass die Zeit zum Ende hin nicht reichen würde. Das war wahrscheinlich der Moment, wo einfach zu schnell unterwegs wurde. 

Meiner Uhr nach lief ich eine gute Zeit, manchmal erstaunlich gut. Aber die Uhrzeit sagte immer etwas anderes. Oder ließ ich mich einfach in die Irre führen?

Ich kam Kilometer 60 immer näher. Meine Oberschenkel schmerzten ordentlich und meine Füße wollten auch immer mehr Platz in meinen Schuhen. Das sich an der rechten Ferse bereits eine Blase gebildet hatte, ließ sich auch schon erahnen. Ich hatte die Strecke jedoch nicht genau studiert, sonst hätte ich mich auf die Verpflegungsstation bei Kilometer 62,8 einstellen können. So zogen sich letzten drei Kilometer wieder als würde es kein Ende geben. 

Das Frankfurt hinter meinem Rücken lag und irgendwie wieder hinter einem Hügel verschwand, ließ die Stadt unerreichbar wirken.  Das war natürlich auch nicht gerade aufbauend.

Nachdem ich an der Verpflegungsstation erreicht hatte, zogen jämmerliche Schmerzen durch meine Oberschenkel. Meine Füße schmerzten uns ich konnte kam kaum noch an meine Füße um sie einzucremen. 

Die gerade mal 2°C kühlten mich sofort aus und ich suchte die Wärme im Auto. In diesem Moment wusste ich, dass ich mit dem gleiten auf den Autositz das Rennen aufgegeben habe. 

Hier wäre ich nicht mehr raus gekommen. Der Körper zitterte vor Kälte, vor Muskelschmerzen, Krämpfe…

Ich Beschloss das Ende und holte mir meine Urkunde:

Der MegaMarsch Frankfurt war nach genau 61,8km in einer Zeit von 13h 20m beendet.

Jetzt waren nur noch vier Personen auf der Strecke. Stefan mit über einer Stunde Vorsprung und Heidi, Jürgen und Rechard, die vielleicht 3-4 km hinter mir waren.

Heidi und Jürgen schafften ihr Ziel. Genau das was sie schaffen wollten, finishten sie! Zwar fix und fertig aber sie haben ihr persönliches Ziel erreicht! Rechard, bei dem am Start alles offen war, und, aufgrund eines viel zu schweren Rucksacks, wirklich keiner mit 40km rechnete, schaffte auch die 61,8 km! Selbst er wollte mich nochmal motivieren weiter zu machen. Aber für mich war es zu spät, ich hatte mich damit abgefunden den Mega-Marsch beendet zu haben. Nochmals hier ein herzlichen Glückwunsch für die erbrachte Leistung!

Stefan der Teufelskerl beendete am frühen Morgen den Megamarsch! 100 Kilometer in unter 20 Stunden!!! Ich ziehe den Hut vor dieser erbrachten Leistung!

Auch alle Anderen haben meine Anerkennung! Bis auf Daphne hatte keiner Erfahrungen mit so einem Gewaltmarsch, aber jeder hat für sich sein persönliches Ziel erreicht! Gratulation an alle von uns, die teilgenommen haben!

Ein riesiger Dank geht an dieser Stelle auch noch an unser Begleitteam! Ihr habt uns bis zu letzten Sekunde und Stefan sogar auf den letzten Metern begleitet, betreut und Mut gemacht. Ihr wart eine super Unterstützung!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.