Stoneman Miriquidi 2.0

Da mein Schwiegervater auch schon längere Zeit von dem Stoneman träumte, machte ich mich mit ihm am 22.06.2020 auf dem Weg ins Erzgebirge.

Mit 61 Jahren auf den Schultern, wollte er die 162km mit 4400 Höhenmeter auf jeden Fall mit der silbernen Trophäe finishen.

Wie mit meiner Frau im Jahr 2016 wollte ich auch mit ihm vom Scheibenberg aus starten. Geplant wurde nicht viel und nicht lange, wir buchten das Hotel, checkten die Fahrräder und wir machten uns auf den Weg. Das Hotel war einfach und dennoch war man gut versorgt.

Leider konnten wir wegen Corona nur die C-Edition wo der Tschechische Teil ausgelassen war fahren. Aber auch so sollte es ein riesen Spaß werden.

Tag 1:

Wir starteten trotz der geplanten zwei Tage früh morgens um 6:00 Uhr. Man weiß ja nie was kommt und wir wollten uns Luft nach hinten offen halten.

Aufgrund Forstarbeiten gab es zwar noch die kleinere Umleitungen, die fielen aber nicht weiter ins Gewicht.

Die erste Abfahrt verlief gut. Es war zwar hier und da noch etwas nass und schlammig, aber die Wettervorhersage für die nächsten zwei Tage war vielversprechend.

Die ersten Höhenmeter wollten natürlich auch nicht auf sich warten lassen…

Jeder Anstieg wurde mit einer tollen Aussicht belohnt…

Der erste Checkpoint in Rittersgrün war auch zügig erreicht. Wir hinterließen standesgemäß eine kurze Nachricht und pinnten ihn zu den unzähligen Nachrichten an dem Holzstoß. Nachdem die Wasserflaschen gefüllt waren, wartete ein langer Anstieg durch die urigen Fichten- und Buchenwälder.

Vorbei an der tschechischen Grenze erreichten wir auf dem Rabenberg den zweiten Checkpoint.

In Erlabrunn kamen wir an einer kleinen Bäckerei vorbei. Zeit für eine kleine Rast um die Energiespeicher aufzufüllen.

Weiter ging es durch die tiefen Wälder des Erzgebirges…

Und wir erreichten den nächsten Checkpoint am Stausee Sosa.

Natürlich ließen die nächsten Höhenmeter nicht lange auf sich warten…

Die Strecke war durchgehend super ausgeschildert. Man konnte sich gar nicht verfahren. Vom Checkpoint Eibenstock ging es weiter zum Auersberg.

Da der Stoneman über die Strecke vom Auersbergkönig führt, war die lange und zähe Steigung mit Kilometer und Höhenmeter ausgeschildert.

Auch hier stärkten wir uns mit einer kleinen Mahlzeit. Die Cola tat nach der langen Steigung besonders gut. Mit gefüllten Flaschen machten wir uns wieder auf dem Weg. Der nächste Checkpoint sollte zum zweiten Mal Rittersgrün werden.

Wir kamen an Potucky vorbei. Ein kleiner Ort direkt an der Grenze.

Nach einigen weiteren Höhenmetern kamen wieder an der Grenze im Wald vorbei…

Und eine lange Abfahrt über einem Parallelweg zur Auffahrt führte uns zurück nach Rittersgrün.

Nach 92km und ca. 8:30 Stunden entschieden wir uns den Tag zu beenden. Im nahe gelegenen Hotel Rittersgrün konnten wir uns ein Zimmer ergattern und ließen den Tag beim gemütlichen Bier ausklingen.

Tag 2

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns zurück zum Checkpoint Rittersgrün. Wir hatten etwa 3 km mit einer leichten Steigung. Optimal um sich für die erste Richtige Steigung warm zu fahren.

Das nächste Ziel war mit 1214 m.ü.N. der höchste Berg von Sachsen, der Fichtelberg.

Nach einer langen Abfahrt vorbei an der längst stillgelegten und teils demontierten und der Natur überlassenen Bobbahn, über enge wurzeligen Trails und einer weiteren Auffahrt erreichten wir nach etwa 20 km mit 250 HM die Pöhlberg.

Leider hatte das Restaurant geschlossen und wir konnten aufgrund Bauarbeiten nicht mal die Flaschen mit Wasser füllen. Also mussten wir mit dem restlichen Wasser auskommen und fuhren mit einem flauen Magen weiter.

Aber wir wurden nach der Abfahrt fündig und konnten uns im Fichtenhäusel am Pöhlgrund vernünftig stärken.

Es warteten zwar noch einige Kilometer mit sicherlich ordentlichen Steigungen auf uns, aber wir waren optimistisch das wir die Strecke in Silber schaffen würden.

So erreichten wir auch nach einer ordentlichen Schiebepassage durch die ursprüngliche Bobbahn den Pöhlberg. Es sollte der letzte Checkpoint vor unserem Ziel am Scheibenberg sein. dafür mussten wir aber noch zurück und der Scheibenberg lag ja auch auf rund 800 m.ü.N.

Die letzten Kilometer zogen sich nochmal gewaltig. Aber wir erreichten unser Ziel.

Mein Schwiegervater finishte sein ersten Stoneman in Silber! Ich habe ein riesen Respekt vor dieser Leistung.

Rund sechs Stunden brauchten wir für die 65,6 km mit gesamt 1700 Höhenmeter….

Das war natürlich ein Grund zum feiern und der Abend wurde mit diversen Kaltgetränken und heimischen Edelbränden ausklingen lassen…

Schön war´s, und bestimmt nicht der letzte Stoneman den ich mit meinem Schwiegervater bestreiten werde.

Natürlich war meine Trophäe auch um ein Stein gewachsen… für mich natürlich auch ein Grund stolz zu sein!

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