Gutenberg Marathon Mainz – … und zurück

Am Muttertag, dem 10. Mai 2025, stand der Gutenberg Marathon in Mainz an. Der Startplatz für die ausverkaufte Veranstaltung war bereits lange im Voraus gesichert.

Doch es kam anders als geplant: Aufgrund einer anhaltend schmerzenden Hüfte konnte ich nicht starten. Der Startplatz wurde kurzerhand auf meine Schwägerin umgeschrieben. So konnten meine Frau und ihre Schwester die Herausforderung gemeinsam annehmen.

Da ich zumindest physisch anwesend sein wollte, fiel der Entschluss, mit dem Fahrrad dorthin zu fahren. Die Kilometer wurden schließlich nicht nur für mich, sondern auch für das Stadtradeln in Laubach gebraucht.

Es war zwar noch kühl an diesem Morgen und Regenschauer waren ebenfalls vorhergesagt, doch im Großen und Ganzen sah der Himmel vielversprechend aus. Eine kurze Radhose in Verbindung mit Knielingen, Trikot und Weste sowie darüber eine Windjacke sollten gegen die morgendliche Kühle ausreichend schützen – und so war es auch.

Die Strecke wurde wie gewohnt über Komoot geplant. Den Hinweg änderte ich jedoch während der Fahrt spontan ab. Bis Friedberg hielt ich mich fast durchgehend an die Bundesstraße. An einem Sonntagmorgen war dort wenig Verkehr, und es war hell genug, um frühzeitig gesehen zu werden.

In Dorheim nutzte ich eine Bäckerei, um nach etwa einer Stunde Fahrzeit die erste kurze Pause einzulegen. Gestärkt konnte ich die nächste Etappe angehen. Der Plan war, mich jeweils nach etwa einer Stunde wieder zu versorgen.

An Friedberg vorbei ging es auf einen durchgehend asphaltierten Wirtschaftsweg, den ich sonst eher selten nutze. Über Petterweil und Nieder-Erlenbach radelte ich weiter nach Berkersheim. Auch hier wich ich wieder von der geplanten Route ab. Anstatt durch Frankfurt am Main zu fahren, hielt ich mich direkt an der Nidda entlang. Diese mündet bei Frankfurt-Höchst in den Main, und ich war damit bereits deutlich hinter Frankfurt.

Bis auf wenige Stellen lief es sehr gut entlang des Flusses. Lediglich die Umfahrung der Chemiewerke in Höchst war etwas nervig.

An der Mainmündung hatte ich bereits 2012 einmal ein Foto aufgenommen. Jetzt, 14 Jahre später, wollte ich dieses Foto wiederholen.

Insgesamt war es eine schöne Tour. Auch wenn ich meine eigenen Wege gefahren war, kam ich wie geplant nach 101 Kilometern und 4:13 Stunden Fahrzeit im Zielbereich in Mainz an.

Mein Schwager war bereits mit den Kindern vor Ort, während die Mädels noch auf der Strecke waren. Wir suchten uns eine Stelle an der Strecke, um sie anzufeuern, sodass wir anschließend schnell genug wieder im Zielbereich sein konnten, um sie dort in Empfang zu nehmen.

Das Anfeuern funktionierte gut, doch gegen das Gedränge im Zielbereich kam man kaum an. Knapp verpassten wir den Zieleinlauf nach ihrem Halbmarathon.

Wir verbrachten noch einige Zeit vor Ort und genossen die Rennatmosphäre, bevor die einen mit dem Auto und ich mit dem Fahrrad den Rückweg antraten.

Ich hielt mir die Option offen, Teile der Strecke mit der Bahn zu überbrücken. Das Ziel war jedoch, komplett mit dem Rad zurückzukommen.

Der Rückenwind vom Vormittag war inzwischen natürlich zum Gegenwind geworden – wie sollte es auch anders sein?

Diesmal wählte ich die ursprünglich geplante Route. Das bedeutete auch, auf der anderen Seite des Mains in Richtung Heimat zu rollen. Es war eine schöne Abwechslung, denn den Main-Radweg auf dieser Seite kannte ich bislang noch nicht. Gut ausgebaut und angenehm zu fahren, verging die Zeit dort recht kurzweilig. Außerdem war einiges auf der Strecke los, sodass man immer etwas zu sehen hatte.

Eigentlich hatte ich noch eine Verabredung in Frankfurt. Die Uhrzeit war allerdings noch offen, und als ich schließlich die Information bekam, wann es losgehen sollte, passte es gar nicht mehr in meinen Plan. Letztendlich musste ich die Entscheidung kurzfristig in Frankfurt treffen.

Überraschenderweise kam ich gefühlt schneller als gedacht in Frankfurt an.

Nun hätte ich etwa anderthalb Stunden warten müssen, bis die anderen angekommen wären. In der Sonne war es zwar angenehm warm, doch sobald man sich hinsetzte, begann man durch den deutlich kühleren Wind schnell zu frieren. Hinzu kam, dass ich mich unterwegs nicht optimal ernähren konnte und mit leerem Magen bereits einige Körner verschossen hatte. Außerdem stellte sich die Frage, ob ich mich nach gut 140 Kilometern, komplett durchgeschwitzt, wirklich in eine Gaststätte setzen wollte.

Ich entschied mich für die Weiterfahrt. Da ich ohnehin schon weiter Richtung Sachsenhausen gefahren war, wich ich erneut von meiner ursprünglichen Route ab. So entschied ich mich, über Bad Vilbel auf den Niddaradweg zu fahren, diesem bis Assenheim zu folgen und dort wieder auf meine eigentliche Route zurückzukehren.

Es wurde noch einmal hügelig und zerrte zusätzlich an den Kräften.

Am Inheidener See gab es schließlich ein schönes alkoholfreies Weizen für die letzten Kilometer. Es wirkte – die letzten Kilometer liefen tatsächlich noch einmal besser.

109,4 Kilometer in 5:30 Stunden inklusive Pausen. Durch den Wind und die Bedingungen sank die Durchschnittsgeschwindigkeit um etwa 4 km/h auf rund 20 km/h. Trotzdem bin ich mit dem gesamten sportlichen Tag sehr zufrieden und konnte zusätzlich wertvolle Kilometer für das Stadtradeln 2026 sammeln.

210 Kilometer in rund 9 Stunden Fahrzeit (inkl. Pausen).

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