Die 20 Orte Hessens…. Herborn

Am 04.04.2026 nahm ich mir die nächste Etappe meiner Reihe „20 Orte in Hessen, die du sehen musst“ vor.

Doch was war diesmal wieder los? Entgegen der Wettervorhersage regnete es erneut. Sollte es so weitergehen wie im letzten Jahr, als mir das Wetter an fast jedem geplanten Tag einen Strich durch die Rechnung machte?

Im Laufe des Vormittags besserte sich die Lage zwar nicht wirklich, aber zumindest hörte der Regen auf und der Wind trocknete die Straßen rasch ab – jener Wind, der mich die gesamte Fahrt über begleiten sollte …

Für die Tour hatte ich etwa dreieinhalb Stunden eingeplant. Daher war es nicht allzu schlimm, dass ich erst relativ spät aufs Rad kam. Kurz überlegte ich noch, ob ich das MTB oder den Crosser nehmen sollte, entschied mich dann aber für den Crosser, um etwas schneller voranzukommen.

Die Strecke führte mich erneut über Röthges ins Wettertal, zunächst grob in Richtung Schiffenberg bei Gießen. Auch diesmal entdeckte ich wieder eine neue Variante, auf guten Wegen in Richtung Gießen zu gelangen.

Wer sich auf der Strecke etwas Zeit nimmt, kann auch in die Geschichte eintauchen – die Grundmauern der Kirche der Wüstung Hausen auf jeden Fall einen Blick wert.

Die Strecke führte über die Wirthswiesen weiter zur Bundesstraße Laubach / Lich. Die musste gekreuzt werden, um weiter am Ettingshäuser Kopf vorbei zu den Bürgerseen und nach Steinbach zu kommen.

Hier wartete ein kurzer Trailabschnitt, der sich mit dem Crosser problemlos befahren ließ. Insgesamt war die gesamte Strecke mit dem Crosser bzw. Gravelbike ein echter Genuss – genau diese Tour kann ich nur empfehlen.

Leider zeigte sich aber auch hier eine unschöne Seite: Für manche Menschen scheint kein Weg zu weit in den Wald zu sein, um ihren Müll loszuwerden. Die illegale Entsorgung nimmt zunehmend zu, und immer häufiger stößt man in der Natur auf solche Müllablagerungen.

Hinter Steinbach gelangte ich auf einen schönen asphaltierten Weg. Mit Blick bis zum Taunus war die Aussicht beeindruckend, und der Anstieg zum Schiffenberg ließ sich zunächst unbeschwert fahren. Auf freier Flur zeigte der Wind jedoch, was er an diesem Tag zu bieten hatte – ein Vorgeschmack auf das, was mich außerhalb der Wälder noch erwarten sollte.

Vorbei am Kletterwald, war das Kloster Schiffenberg nicht mehr weit.

Den Anstieg hinauf zur Domäne sparte ich mir und nahm mir stattdessen vor, dafür einmal eine eigene Tour zu planen.

Der Anstieg von Steinbach über den Schiffenberg war angenehm zu fahren. Anschließend folgte – wie das Höhenprofil bereits vermuten ließ – eine rasante Abfahrt bis zum Schiffenberger Weg. Die Überquerung der stark befahrenen Bundesstraße gestaltete sich jedoch alles andere als einfach.

Mit der Durchquerung des Gießener Bergwerkswaldes war es dann vorbei mit der Leichtigkeit: Die Wälder hatten mich bis dahin noch vor dem Wind geschützt, doch im offenen Lahntal blies er mir nun kräftig entgegen und machte die Tour spürbar anstrengender.

Über den Lahnradweg setzte ich die Tour in Richtung Wetzlar fort. Kurz vor der Stadt orientierte ich mich nach Naunheim, um über Hermannstein nach Aßlar zu gelangen. Die Hoffnung, dass sich im Dilltal die Windrichtung vielleicht ändern würde, erfüllte sich leider nicht: Der Gegenwind blieb konstant und ließ nach und nach meine Beine schwer werden.

In Aßlar wartete ich am Bahnübergang. Zwei weitere Radfahrer gesellten sich zu mir, und wir tauschten uns kurz über verschiedene Touren aus.

Doch dann das Problem: Der angezeigte Weg führte nicht weiter. Oder war das Wasser nicht so tief, dass man hätte durchfahren können, ohne nasse Füße zu bekommen?

Ich wollte es heute nicht ausprobieren…

Durch die Renaturierung ist das Dilltal sehr schön geworden und es wurden neue Radwege geschaffen. Dadurch war es ein gutes Vorankommen.

Zeitweise hatte ich den Gedanken einen Teil mit dem Rad zurückzufahren. Ich könnte ja aus dem Wind, der zum Rückenwind werden würde, profitieren. Doch die restlichen Kilometer saugten die Körner aus den Beinen und ich behielt mir die Option bis zum Schluss offen.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich auf dieser Tour nicht optimal ernährt habe und dabei sicher auch an Leistungsfähigkeit eingebüßt habe. Die Entscheidung sollte also in Herborn getroffen werden, ob die Stadt auch gleichzeitig das Ziel bleiben sollte.

Zumindest hatte ich Glück mit dem Wetter: Ich kam trocken in Herborn an und konnte mir in Ruhe die schöne Altstadt ansehen – die Fahrt hat sich definitiv gelohnt.

Die Altstadt bietet zahlreiche historische Gebäude und erzählt viele spannende Geschichten. Auch das Herborner Schloss ist absolut sehenswert.

Da an solchen Tagen kaum Zeit für Sightseeing bleibt und eine ausführliche Stadtbesichtigung nicht möglich ist, werde ich definitiv noch einmal hierher zurückkehren.

Nach rund 68 Kilometern und einer Fahrzeit von 3:33 Stunden erreichte ich Herborn. Ohne den Gegenwind wäre hier sicherlich noch etwas mehr Tempo möglich gewesen.

Fazit: Eine lohnende Tour mit einigen nennenswerten Höhenmetern. Danach geht es zwar stetig bergauf, doch ohne Wind ist das kaum spürbar. Für das leibliche Wohl ist in der Stadt bestens gesorgt, sodass man sich anschließend wieder stärken kann.

Hier die Daten zur Tour: Kommot

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