Licher Runde

Die Stadt Lich gehört vielleicht nicht zu meinen „20 Orten – die man unbedingt einmal besucht haben muss – und doch ist sie für mich ein ganz persönlicher Tipp.

Die sogenannte „Licher Runde“ ist für mich eine ideale Trainingsstrecke: rund dreißig Kilometer, relativ wenige Höhenmeter und einfach eine angenehme Atmosphäre. Heute lief es richtig gut, auch wenn ich mir bewusst Zeit genommen habe, um viele Fotos zu machen. So kam am Ende eine Zeit von etwa 1:40 Stunden zustande. Eine kleine Pause – ohne die Uhr zu stoppen – sowie ein nettes Schwätzchen im Nachbarort Villingen haben die Runde zusätzlich etwas verlängert.

Was macht Lich eigentlich so sehenswert? Vor allem die liebevoll sanierte Altstadt verleiht der Stadt ihren ganz besonderen Charme. Viele Gebäude wurden behutsam restauriert, und zahlreiche Fachwerkhäuser, die lange Zeit unter Putz verborgen waren, wurden wieder freigelegt. Dadurch hat sich Lich einen Namen als Fachwerkstadt gemacht. Das Herzstück bildet der Marktplatz mit seinem Brunnen, von dem aus sich in alle Richtungen Straßen mit eindrucksvollen Fachwerkhäusern erstrecken. Die detailreichen Giebel und Verzierungen ziehen dabei sofort die Blicke auf sich.

Besonders prägend für das Stadtbild ist das sogenannte Textorhaus – ein beeindruckendes Fachwerkgebäude aus dem 16. Jahrhundert, reich verziert mit Holzschnitzereien und Inschriften. Das dazugehörige Kellergewölbe stammt sogar aus dem 15. Jahrhundert. Ursprünglich war das Gebäude doppelt so lang, wurde jedoch später geteilt. Heute beherbergt der erhaltene Teil eine heimatkundliche Sammlung.

Ein weiteres historisches Bauwerk ist der Stadtturm, der heute als Glockenturm dient. Ursprünglich als Festungsturm im 15. Jahrhundert errichtet, hatte er im Laufe der Zeit verschiedene Funktionen – von der Befestigung über einen Wächterturm bis hin zu einem Ort, an dem sich einst das Verlies der Stadt befand. Auch wenn der Turm heute nicht zugänglich ist, erzählt er dennoch ein Stück Stadtgeschichte. An vielen Stellen lässt sich zudem der Verlauf der alten Stadtmauer noch erkennen.

Natürlich gibt es entlang der Strecke noch viele weitere schöne Orte und kleine Entdeckungen – einige davon habe ich in meinen Bildern festgehalten.

Ein ganz besonderer Ort ist für mich jedoch die alte Meßfelder Huteiche. Wenn sie sprechen könnte, hätte sie sicherlich einiges zu erzählen. Seit Jahrhunderten steht sie dort und hat unzählige Geschichten miterlebt – und überlebt.

Diese beeindruckende Stieleiche wurde um 1650 gepflanzt und steht heute als Naturdenkmal westlich von Hungen, am Rand eines kleinen Wäldchens. Mit einem Stammumfang von über sieben Metern und einer Höhe von etwa 18 Metern ist sie nicht nur ein imposanter Anblick, sondern auch ein stiller Zeuge vergangener Zeiten.

Infos zur Meßfelder Eiche: Wikipedia

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