{"id":828,"date":"2013-08-11T18:42:19","date_gmt":"2013-08-11T18:42:19","guid":{"rendered":"http:\/\/cyclotourers.de\/?p=828"},"modified":"2020-03-11T21:21:45","modified_gmt":"2020-03-11T21:21:45","slug":"bullau-bike-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cyclotourer.de\/?p=828","title":{"rendered":"5. Bullau-Bike 2013"},"content":{"rendered":"<p>11.08.2013<\/p>\n<p>Heute sollte es das erste Mal zum MTB-Marathon nach Bullau im Odenwald gehen. Zwar hatte ich im Vorfeld schon viel von Bullau geh\u00f6rt, konnte mir jedoch kein richtiges Bild \u00fcber die Strecke und dem H\u00f6henprofil machen.<\/p>\n<p>Mein Freund Patrick ist vor kurzem wieder in den aktiven Radsport eingestiegen. Die Bullau-Bike sollte somit sein erstes Rennen in diesem Jahr werden. So schob ich mir das Rennen noch in meinen eigentlichen Rennplan mit ein.<\/p>\n<p>Da ich seit der Keiler-Bike kein intensives Training mehr hatte, war mir eigentlich vor dem Start schon klar, dass die Mittelstrecke mit 47km nicht unbedingt die beste Wahl war. Das ich mich besser f\u00fcr die Kurzstrecke entschieden h\u00e4tte, wurde bereits nach den ersten Kilometern klar.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich und fast zeitgleich trafen Patrick und ich auf dem Parkplatz ein. Nachdem wir unsere Startunterlagen geordert hatten, g\u00f6nnte ich mir noch ein kleines Fr\u00fchst\u00fcck. Was hierbei schon aufgefallen war, war das die Bullau-Bike gar nicht so viele Starter gewinnen konnte. Und das, obwohl sie eine Etappe&nbsp; von der Rossbacher-Bikechallenge ist.<\/p>\n<p>So ging es p\u00fcnktlich um 9:00Uhr an den Start. 9:15Uhr fiel der Startschuss. Die kleine Meute mit rund 200 Teilnehmer begann sich in Bewegung zu setzen. Zun\u00e4chst f\u00fchrte eine Einf\u00fchrungsrunde durch den kleinen Ort. Die Strecke f\u00fchrte von der Hauptstrasse in ein Feldweg, danach weiter in eine Wiese. Wieder vorbei an dem Startbereich und f\u00fcr wenige hundert Meter steil bergab. Jetzt kam der erste Anstieg! Ich schaute mich nach einer Kehre um, jedoch war von Patrick nichts mehr zu sehen.<\/p>\n<p>Ich versuchte mir wieder, \u00e4hnlich wie bei der Keiler-Bike, die Kraft einzuteilen und am Anfang des Rennens zu sparen. Jedoch merkte ich schnell, dass dieser nicht unbedingt mein gro\u00dfer Renntag sein sollte.<\/p>\n<p>Ich radelte den Anstieg hinauf, die Strecke kreuzte eine Landstra\u00dfe und f\u00fchrte kurze Zeit sp\u00e4ter in den ersten Single-Trail. So wechselte sich die Strecke ab. Ein St\u00fcck Wiese, ein St\u00fcck Forstautobahn, zwischendrin immer wieder sch\u00f6ne und wurzelreiche Trails.<\/p>\n<p>Ich konnte zun\u00e4chst die Position im ersten Drittel ganz gut halten. Wie von den zahlreichen Rennen gewohnt, wird man mal \u00fcberholt, kurze Zeit sp\u00e4ter holt man wieder den einen oder anderen Startplatz auf.<\/p>\n<p>Was bei diesem Rennen anders als bei den meisten anderen war, es gab so gut wie keinen Abschnitt, der sich mal \u00fcber mehrere hundert Meter eben durch die Strecke zog. Entweder es ging teils knackig bergauf, oder eben schnell abw\u00e4rts.<\/p>\n<p>Nach einigen Kilometern ging es wieder an dem Startbereich vorbei. Durch einen schmalen Pfad hinter dem Sportplatz auf einen weiteren Trail. Dann folgte eine steile Abfahrt, ebenfalls auf einem Trail. Zuvor &nbsp;konnte ich mir zwei Pl\u00e4tze ergattern. Also schaltete ich wieder mal mein Hirn ab und knallte diesen schmalen Single-Trail runter. Zu steil und holprig war es, der Hintern musste weit hinter dem Sattel, es blieb keine Chance um nachzusehen wie viel Abstand man gewinnen konnte.<\/p>\n<p>Unten angekommen, machte die Strecke wieder eine Kehre. Der Verlauf lies schon erahnen das jetzt wieder den kompletten Berg nach oben geht. Mehr noch! Es sollte h\u00f6her hinaus gehen als man abgestiegen war.<\/p>\n<p>Jedenfalls kam ich aus dem Trail, bog um die enge kurve und trat zweimal kr\u00e4ftig in die Pedale\u2026 schon die Ger\u00e4usche und das Gef\u00fchl erst ins leere zu treten und dann der knirschende gr\u00f6\u00dfer werdende Widerstand zeigten, dass mir die Kette auf dem ruppigen Trail vom gro\u00dfen Kettenblatt gesprungen war.<\/p>\n<p>Durch die zwei kr\u00e4ftigen Umdrehungen hatte sich die Kette nat\u00fcrlich sch\u00f6n zwischen den Pedalarm und dem Kettenblatt gezogen. Mit aller Gewalt und mit Gegendruck von meinem Fu\u00df konnte ich die Kette wieder frei bekommen. Die Finger voller Ketten\u00f6l und sonstigen Dreck, checkte ich kurz die Technik und warf mich wieder in den Sattel. Zu der mangelnden Kondition war das Rennen jetzt auch mental gelaufen.<\/p>\n<p>Es sollte nicht mehr lange dauern, dann kam ein steiler Anstieg, der mit einem Wildschwein und dem kurzem knappen Hinweis \u201cbeisse\u201c angek\u00fcndigt wurde. Nach kurzem qu\u00e4len stieg ich freiwillig vom Rad. Machte Platz f\u00fcr die nachfolgenden und schob mein Bike diese Etappe nach oben. Wobei ich manchmal nicht wei\u00df, und mich immer wieder frage, was kraftraubender ist. Schieben, oder einfach auf dem Bike bleiben. Jedenfalls f\u00fchlten sich meine Oberschenkeln an, als wollte jeder einzelne Muskel platzen.<\/p>\n<p>So blickte ich immer wieder auf meinen Tacho. Die Zahlen der Kilometeranzeige wechselten in Zeitlupentempo, die Beine schrien f\u00f6rmlich nach Pause. Immer wieder schaute ich auf die Kette ob sie mich nicht doch noch erl\u00f6st und nach dem Crash einfach reist\u2026<\/p>\n<p>Ich setzte mir den Gedanken in den Kopf bewusst noch etwas langsamer zu fahren. Mir Kraft zu sparen und bei den letzten 5 Kilometer noch mal die Vorderm\u00e4nner anzugreifen. Ein gelbes, ein rotes und ein blau\/wei\u00dfes Trikot blieben komischerweise immer in meiner Sichtweite. Ging es denen genauso wie mir?<\/p>\n<p>So hielt ich mich gr\u00f6\u00dftenteils an meinen Plan, immer wenn der Abstand zu den Dreien gr\u00f6\u00dfer wurde zog ich wieder ein wenig an. Hatte ich wieder einen Abstand erreicht den ich eventuell noch bei einem Sprint aufholen konnte, machte ich wieder ein wenig lockerer. Jetzt ging es wieder in einen wurzelreichen Trail, der sich bergauf durch den Wald schl\u00e4ngelte. Hier konnte ich wieder an Land gewinnen. Nach kurzer Zeit waren wir eine Vierer-Gruppe.<\/p>\n<p>Da der Trail auf den ersten Kilometern schon einmal befahren wurde, war der restliche Verlauf der Strecke bekannt. Jetzt konnte ich noch Mal angreifen! Als erstes wollte ich mir meinen Vordermann schnappen. Ebenfalls mit einem 29er von Focus unterwegs. Ich konnte ihn \u00fcberholen, auf einem St\u00fcck Asphalt, leicht absch\u00fcssig. Dann kam eine scharfe Kurve\u2026 und wieder machte das gro\u00dfe abgenutzte Kettenblatt Probleme, die Kette wollte einfach nicht auf&nbsp; das kleinere Kettenblatt springen. Ich wurde wieder \u00fcberholt!<\/p>\n<p>Die zwei Vorderen waren mittlerweile ohnehin in einem Abstand den ich nicht mehr aufholen konnte. Aber diesen einen Platz, diesen Typen wollte ich noch einmal das Leben schwer machen! Jetzt kam doch noch der volle Ehrgeiz zum Vorschein!<\/p>\n<p>Auch wenn ich das Gef\u00fchl hatte das meine Oberschenkel gleich explodieren, diesen einen Platz wollte ich nicht einfach so verschenken. Jetzt ging es wieder nach Bullau rein, eine 90\u00b0Kurve mit einem kurzem steilen Anstieg \u00fcber 10-15 Meter und ich hing ihm wieder am Hinterrad. Jetzt blieb mir nur noch eine Chance, das St\u00fcck Wiesenweg nach der Einf\u00fchrungsrunde war auch das Ende der Strecke. Vielleicht zweihundert Meter blieben mir noch um aufzuholen. Eine Linkskurve, nach zwanzig Meter eine leichte Rechtskurve und \u00fcber eine Asphaltierte Strasse in die n\u00e4chste Wiese, ich hatte Ihn&#8230;. noch weitere Zwanzig Meter und ich war im Ziel! Auf den letzten Metern abgeledert!<\/p>\n<p>Entt\u00e4uschend\u2026 Platz 36!<\/p>\n<p>Patrick wollte auch nicht lange auf sich warten lassen, ungef\u00e4hr 15 Minuten sp\u00e4ter rollte er \u00fcber die Ziellinie. F\u00fcr den neuen Einstieg in das Renngeschehen eine Lobenswerte Leistung!<\/p>\n<p>Nach einer kurzen St\u00e4rkung trennten sich wieder unsere Wege. Unser n\u00e4chster Plan!?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11.08.2013 Heute sollte es das erste Mal zum MTB-Marathon nach Bullau im Odenwald gehen. 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