{"id":1910,"date":"2017-07-28T10:43:02","date_gmt":"2017-07-28T10:43:02","guid":{"rendered":"http:\/\/cyclotourers.de\/?p=1910"},"modified":"2020-03-09T22:05:08","modified_gmt":"2020-03-09T22:05:08","slug":"24std-stoeffel-race","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cyclotourer.de\/?p=1910","title":{"rendered":"24Std-St\u00f6ffel-Race 2017"},"content":{"rendered":"<p><strong>24Std-Rennen St\u00f6ffel-Park 2017<\/strong><\/p>\n<p>Am 08\/09.07.2017 waren wir als 2er Mixed-Team und einem Einzelfahrer f\u00fcr das MTB-Team Cycle-Point-Stock beim 24-Std-Rennen im St\u00f6ffel-Park am Start.<\/p>\n<p>Mit dabei waren befreundete Teams wie die KiSG aus der JVA FFM I mit einem 4er-Team, und der Radsportgruppe Ruppertsburg mit einem 8er-Team. Beide Teams hatten ihre Premiere. Das Rennen im St\u00f6ffel war ihr erstes 24-Std-Rennen!<\/p>\n<p>Das Fahrerlager mit insgesamt 15 Teilnehmern konnte sich sehen lassen. Von der Planung an war die Zusammenarbeit nahezu perfekt und man kann behaupten, dass wir eigentlich als ein ganzes Team aufgetreten waren. Nachdem wir im St\u00f6ffel-Park angekommen waren, dauerte es keine drei\u00dfig Minuten bis das komplette Camp bezugsfertig war.<\/p>\n<p>Da wir bereits freitags anreisten, hatten wir einen lustigen und geselligen Abend. Klaus Marbe, Einzelfahrer f\u00fcr die \u201cConway-Allstars\u201c und guter Freund von uns, besuchte uns ebenfalls im Lager. Mit seiner langj\u00e4hrigen Erfahrungen als MTB-Profi konnte er uns hilfreiche Tipps da lassen.<\/p>\n<p>Nach der Rennbesprechung fiel p\u00fcnktlich um 12Uhr der Startschuss! Nach einer neutralen Einf\u00fchrungsrunde startete mit \u00fcberfahren der Zeitnahme das offizielle Rennen. Obwohl der Rundkurs mit 3,5k nicht sonderbar lang war, verteilte sich das Teilnehmerfeld schon kurz nach dem Start \u00fcber die gesamte Strecke.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst f\u00fchrte die Strecke eine steile kurze Abfahrt hinab. Nachdem man durch das alte Industriemuseum fahren musste, folgte eine asphaltierte Rampe auf das Niveau des Starts zur\u00fcck. Danach ging es etwa 800 Meter \u00fcber einen geschotterten Weg leicht abw\u00e4rts. Mit einer scharfen Linkskurve folgte die n\u00e4chste kurze Abfahrt. In der Kurve war aufgrund herausragender Basaltsteine und groben Schotter Vorsicht geraten. Die Abfahrt f\u00fchrte in ein Singletrail. Mit viel Schwung bekam man ordentlich Tempo und man musste vor der n\u00e4chsten Kurve scharf bremsen.<\/p>\n<p>Nach dem Trail war man auf der tiefsten Sohle des alten Steinbruchs. \u00dcber zwei Rampen kurbelte man sich wieder auf das alte Niveau zur\u00fcck. Das sch\u00f6ne bei diesem Rennen war, dass die Fahrerlager genau an der Rennstrecke lagen.<\/p>\n<p>Immer wenn wir an unserem Camp vorbei kamen, wurden wir lauthals bejubelt. Eine bessere Motivation gab es kaum. Man freute sich ja f\u00f6rmlich darauf am Lager vorbei zu fahren.<\/p>\n<p>Nach unserem Lager f\u00fchrte die Strecke wieder ein St\u00fcck abw\u00e4rts. Mit einer scharfen Rechtskurve knickte der Weg in den Wald hinein. Dieser f\u00fchrte nun zum tiefsten Punkt der Strecke. Die Beschaffenheit des Weges bremste einen leider so aus, das man nur mit wenig Schwung in die n\u00e4chste Rampe steigen konnte. Ein flaches St\u00fcck folgte. Es wurde wieder etwas anstrengender, man musste auf die H\u00f6he des Museums zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Wer dachte, dass das jetzt alles war mit den H\u00f6henmetern, t\u00e4uschte sich! Nun kam das Highlight des Rennens: Der Bremsberg! Dieser f\u00fchrte zur\u00fcck in den Startbereich.<\/p>\n<p>Bremsberg, im wahrsten Sinne des Wortes! Eine Rampe mit etwa 60Meter L\u00e4nge und einer Steigung von weit \u00fcber 20 Prozent. Teils mit groben Schotter gespickt, war es immer wieder ein R\u00e4tsel ob man ihn bezwingen konnte oder nicht. Teilte man sich die Kraft richtig ein? Steigt jemand vor dir ab und behindert dich\u2026? Wie auch immer, eine Routine gab es am Bremsberg nicht.<\/p>\n<p>Wie es in einem Steinbruch nun mal \u00fcblich ist, war der gr\u00f6\u00dfte Teil der Strecke mit Basalt geschottert. St\u00e4ndig wechselnde Korngr\u00f6\u00dfen gaben auf einer brottrockenen Strecke immer wieder ein anderes Fahrgef\u00fchl. Zum Gr\u00f6\u00dften Teil fehlte auf der Strecke einfach der Grip. Dies sollte aber nach jeder Runde, wenn die Ideallinie mal ausgefahren war, besser werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dem sehr gut organisierten Rennen, konnte man bereits ab der ersten Runde das Rennen auch live verfolgen. Man konnte sich jederzeit informieren wieviel Zeit man f\u00fcr seine Runden brauchte und an welcher Position man sich aktuell befand.<\/p>\n<p>Seit der ersten Runde waren wir f\u00fchrend! Melli konnte wie zu erwarten, Runde f\u00fcr Runde super Zeiten herausholen! Bereits nach wenigen Runden hatten wir mit 2 Minuten einen ganz guten Vorsprung ausgebaut.<\/p>\n<p>Temperaturen \u00fcber drei\u00dfig Grad und eine staubtrockene Strecke waren zus\u00e4tzliche Belastungen, die vom Fahrer und Material alles abverlangten.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wechselten wir Runde f\u00fcr Runde. Im Laufe des Tages \u00e4nderten wir zeitweise die Strategie. Damit wir auch mal ordentlich essen und trinken konnten, fuhren wir zwischendurch zwei bis drei Runden und g\u00f6nnten dem Partner l\u00e4ngere Pausen.<\/p>\n<p>Bereits am sp\u00e4ten Nachmittag f\u00fchrten wir mit einer kompletten Runde Vorsprung! Trotz vollster Motivation das Rennen zu Gewinnen, fehlte noch die Entscheidende Phase: Die Nacht! Wer wird durchhalten? Welches Team macht lange Pausen oder geht sogar Schlafen? Da zu Beginn des Rennens einige Fahrer mit Reifenpannen liegen blieben, wird das Material halten!?<\/p>\n<p>Mein Hinterreifen hatte nicht mehr die besten Stollen. Mit einem halb abgefahrenen Nobby-Nic von Schwalbe, hatte ich bei trockenen Rennen immer gute Erfahrungen gemacht. Doch dieses Mal radierte der Basalt f\u00f6rmlich die Stollenreste weg! Dazu kam, dass man sehen konnte wie die Dichtmilch &nbsp;an vielen Stellen ausschwitzte.<\/p>\n<p>In einer Pause fuhr ich schnell zur\u00fcck ins Camp und legte vorsichtshalber einen neuen Reifen, die Dichtmilch und das n\u00f6tige Werkzeug bereit. Man musste im Falle einer Panne die Runde zu Ende bringen, egal ob man das Fahrrad schiebend oder tragend in die Wechselzone brachte. Wenn das Camp vor einem auf der Strecke lag, konnte man nat\u00fcrlich reparieren. Das h\u00e4tte jedoch viel Zeit gekostet.<\/p>\n<p>Mit 2 Runden Vorsprung begann die Abendd\u00e4mmerung! Melli k\u00fcndigte im Vorfeld schon an, dass sie aufgrund Probleme in der Dunkelheit gegen Mitternacht eine Pause einlegt. Ich selber wollte sehen wo wir stehen und spontan entscheiden, ob eine gr\u00f6\u00dfere Pause in Frage kommt.<\/p>\n<p>Mit Einbruch der Dunkelheit erkannte man im Scheinwerferlicht das erste Mal, in was f\u00fcr einer Staubwolke man sich \u00fcberhaupt bewegte. Am schlimmsten war hier die erste Abfahrt zum Museum. Wenn man mehr als zwei Fahrer vor sich hatte, war die Abfahrt ein reiner Blindflug.<\/p>\n<p>Melli wollte die Platzierung auf keinen Fall aufgeben. Ich nat\u00fcrlich auch nicht, aber ich gab die Hoffnung nicht auf, dass die anderen Teams eine l\u00e4ngere Pause einlegten.<\/p>\n<p>Leider blieb es bei der Hoffnung. Die anderen Teams waren nicht weniger motiviert und hofften ebenso auf eine Pause der Anderen. Wir entschieden nach jeder Runde spontan und nach Wohlempfinden, danach wechselten in unterschiedlichen Rhythmen durch. Das funktionierte sehr gut oder keiner musste \u00fcber das k\u00f6rperliche Limit gehen!<\/p>\n<p>Jedoch sp\u00fcrte ich langsam was ich bereits am fr\u00fchen Abend ignoriert hatte! Die mit Schwei\u00df durchdr\u00e4ngte Hose setzte meinem Hintern ganz sch\u00f6n zu!<\/p>\n<p>Dieses Mal war alles anders! Melli dachte bis jetzt gar nicht dran eine Pause einzulegen. Sie betonte immer wieder, dass sie den ersten Platz nicht kampflos aufgeben w\u00fcrde! Insgeheim hofften wir aber beide, dass zumindest das zweitplatzierte Team eine Pause einlegen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Vielleicht war es die Kaffeefahrt vom Wochenende zuvor, jedenfalls machte mir gegen ein Uhr nachts die M\u00fcdigkeit ganz sch\u00f6n zu schaffen. Ich konnte kaum noch die Augen offen halten und schaffte kaum noch zwei Runden ohne die n\u00f6tige Konzentration zu verlieren. Auch w\u00e4hrend der Fahrt musste ich aufpassen, dass ich nicht einschlafe.<\/p>\n<p>Bisher war ich immer der Motivator! Jedoch sah Melli mir an wie angeschlagen ich war. Dieses Mal \u00fcbernahm sie meine Position und schickte mich ins Camp. Sie bot mir an vier bis f\u00fcnf Runden zu fahren, wenn ich mich erholt h\u00e4tte sollte ich wieder mit einsteigen.<\/p>\n<p>Ich legte mich ins Auto und drehte mich von einer Seite auf die Andere. Einerseits war ich M\u00fcde, anderseits plagte mich das schlechte Gewissen Melli alleine auf der Strecke zu lassen.<\/p>\n<p>Trotz allem konnte ich mich erholen und ich kehrte nach etwa einer Stunde zur\u00fcck ins Renngeschehen. Melli verteidigte in der Zeit erfolgreich unsere Position. Sicherlich mittlerweile ebenso \u00fcberm\u00fcdet, verloren wir kaum Minuten von dem Vorsprung.<\/p>\n<p>Ich versprach ihr die n\u00e4chsten f\u00fcnf Runden zu \u00fcbernehmen. Ihre Pause wollte sie jedoch nur in der Verpflegungshalle verbringen. Sie dachte nicht mal daran ihre freie Zeit f\u00fcr ein wenig Schlaf zu nutzen.<\/p>\n<p>Nach gerade mal vier Runden stand sie schon wieder startklar in der Wechselzone. Wir wechselten wieder im unregelm\u00e4\u00dfigen Rhythmus. W\u00e4hrend dem Abl\u00f6sen motivierten wir uns immer wieder Gegenseitig. Die Nacht ging zwar nur sehr schleppend vor\u00fcber, aber zumindest war mein Tiefpunkt \u00fcberwunden. Melli zeigte keinerlei Anzeichen von Schw\u00e4che.<\/p>\n<p>Am Morgen kam das, was ich tags zuvor schon bef\u00fcrchtet hatte. An der Abfahrt bevor es in den Wald ging, zischte es am Hinterrad. Die Dichtmilch spritzte aus meinem Reifen! Mit MaxSalami und Pressluftkartuschen ausger\u00fcstet, nahm ich den Schaden zun\u00e4chst gelassen. Das Loch im Reifen war zum Gl\u00fcck wesentlich kleiner als angenommen. Nach wenigen Minuten war das Loch von der Dichtmilch verschlossen. Sogar der Luftdruck war noch so gut, dass ich die Runde ohne nachzupumpen zu Ende fahren konnte.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck ging durch die Panne nicht viel Zeit verloren! Melli l\u00f6ste mich ab und drehte ihre n\u00e4chste Runde. Ich eilte ins Camp und f\u00fcllte, mit der Hoffnung das der reifen weiterhin durchh\u00e4lt, Dichtmilch nach.<\/p>\n<p>Fast Routiniert drehten wir \u00fcber den Vormittag unsere Runden. Zwischenzeitlich hatten wir bis zu drei Runden Vorsprung ausgebaut. Der Sieg war uns damit so gut wie sicher!<\/p>\n<p>Nur noch ein technischer Komplettausfall von einem Fahrrad h\u00e4tte uns bremsen k\u00f6nnen! Sogar die Rundenzeiten verbesserten sich wieder und waren mitunter so gut wie am Vortag! Souver\u00e4n spulten Melli und ich Runde f\u00fcr Runde ab.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der letzten Stunde versammelten sich immer mehr Zuschauer am Bremsberg. Mit ihren Anfeuerungen br\u00fcllten sie f\u00f6rmlich die Fahrer die steile Rampe hoch. Oben angekommen, wurde jeder einzelne Fahrer mit lautem Jubel gegr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Die Uhr zeigte 23:55 an, eine Runde geht noch! Mit drei Runden Vorsprung war es geschafft!<\/p>\n<p>Das 24Std-Rennen im St\u00f6ffelpark war gewonnen!!!<\/p>\n<p>Da wir mit dem Sieg ein Kostenlosen Startplatz f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr gewonnen hatten, sind wir uns sicher, dass wir unseren Titel verteidigen werden\u2026 wenn es wieder hei\u00dft, St\u00f6ffel-Race im St\u00f6ffelpark!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24Std-Rennen St\u00f6ffel-Park 2017 Am 08\/09.07.2017 waren wir als 2er Mixed-Team und einem Einzelfahrer f\u00fcr das MTB-Team Cycle-Point-Stock beim 24-Std-Rennen im St\u00f6ffel-Park am Start. 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